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18.12.2010

Die Gottsuche


Rabindranath Tagore erzählt diese Geschichte:

Tausende von Leben lang suchte ich nach Gott. Ich sah ihn manchmal von ferne, aber wenn ich näher kam, war er schon weiter gegangen.
Ich ging und ging.
Schließlich kam ich an ein Tor, an dem geschrieben stand:
„Dies ist das Haus, wo Gott wohnt.“

Da wurde ich zum ersten Mal unruhig und verwirrt. Zitternd ging ich die Treppe hoch. Eben wollte ich klopfen, als ich blitzartig erkannte …

…wenn ich anklopfte, und Gott würde mir öffnen, was dann?
Dann wäre alles zu Ende –
Mein Alltag, meine Pilgerschaft, meine großen Abenteuer, meine Philosophien, meine Poesie, die Sehnsucht meines Herzens –
Alles wäre zu Ende.
Es würde Selbstmord bedeuten!

Ich zog meine Schuhe von den Füßen, denn wenn ich mit Schuhen die Treppe hinunter gegangen wäre, hätte es ja vielleicht Lärm verursachen können.
Sobald ich den Weg erreicht hatte, begann ich zu rennen.
Und ich schaute nicht mehr zurück.
Seither renne ich, seit tausenden von Jahren.
Immer noch suche ich nach Gott, obwohl ich jetzt weiß, wo er wohnt.
Alles was ich somit zu tun habe, ist, auf meiner Suche diesen Ort zu vermeiden.
Dieses Haus plagt mich fortwährend. Ich erinnere mich ganz genau:
Sollte ich dieses Haus betreten, wäre alles zu Ende!

Der Text wurde entnommen aus: 
Mario Mantese, Aufbruch in die Ewigkeit, S. 7/8

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