Du verlierst nichts, wenn du mit deiner Kerze die eines anderen anzündest.


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15.12.2010

Der Regenbogen
(Eine alte Geschichte neu erzählt von HUM)

Es war einmal vor sehr langer Zeit, da begannen die Farben dieser Welt, sich zu streiten. Jede meinte, dass sie die Wichtigste sei und gab auch gleich eine entsprechende Begründung dazu.
Als erstes sprach GRÜN: „Natürlich bin ich die Wichtigste. Ich bin das Symbol für Leben und Hoffnung. Alle Pflanzen dürfen meine Farbe tragen. Gräser, Blätter, Blumen, Bäume. Außerdem wurde ich für etliche Tiere als Farbe auserwählt, und ich bin die Farbe der Hoffnung. Was wäre die Landschaft ohne mich oder ein Mensch ohne Hoffnung – unvorstellbar!. Ihr seht wohl ein, dass ich die Bedeutendste bin.“
Ungeduldig unterbrach BLAU: „Du beziehst deine Betrachtungen nur auf die Erde, aber schau doch in den Himmel und auf das Meer. Der Himmel birgt in seinen Weiten die Farbe Blau, und im Wasser, der Basis allen Lebens, spiegele ich mich wider. Der Himmel gibt, in seiner Unendlichkeit, Raum für Frieden, und was wäret ihr alle ohne ihn? Also ist doch klar, dass mir der erste Rang gebührt.“
Da erhob sich PURPUR stolz zu ihrer vollen Größe und sprach: „Ich bin die Farbe der Macht. Weil ich das Symbol für Autorität und Weisheit bin, wählen mich seit alters Fürsten, Könige, Häuptlinge und Bischöfe für ihre Kleidung und ihre Insignien aus. Die Welt hört auf mich und gehorcht mir. Was wäre eine Welt ohne Führung? Also bin ich die Wichtigste!“
Das strahlende GELB lachte in sich hinein und gab zu bedenken: „Ihr seid alle so ernst Ich aber bringe Frohsinn, Lachen, Freude und Wärme in die Welt. Die Sonne als Lebenserhalterin ist gelb, der Mond und die Sterne sind gelb, und eine Sonnenblume bringt die Welt zum Lächeln. Ohne mich gäbe es keine Freude. Ohne Freude ist das Leben öd – sicher seht ihr ein, dass ich die Beste bin.“
Nun begann ORANGE ihr Eigenlob zu singen: „Ich bin die Farbe der Gesundheit und der Erneuerung. Ich bin rar und doch besonders kostbar, denn ich diene den Bedürfnissen menschlichen Lebens. Ich spende mit den orangefarbenen Früchten die wichtigsten Vitamine, undr wenn ich den Himmel zum Sonnenauf- und -untergang die himmlischen Weiten einfärbe, ist meine Schönheit so eindrucksvoll, dass niemand auch nur einen Gedanken an euch verschwendet. Somit überbiete ich euch alle.“
Schließlich räusperte sich INDIGO, um auf sich aufmerksam zu machen und begann dann viel leiser, als all die anderen, aber bestimmt zu sprechen: „Seht mich an! Ich bin die Farbe der Stille. Ich repräsentiere Gedanken, Ideen und Betrachtungen.Ohne mich gäbe es keine Entwicklung, keine Neuerungen, keine Entwicklungen. Für den lauten, oberflächlichen Alltag braucht ihr mich als Ausgleich. Ich schaffe das Gleichgewicht und den Kontrast im Leben. Für den Glauben, Durch die stillen Momente findet der Mensch seinen inneren Frieden und seinen Glauben, und das ist doch das Entscheidende im Leben.“
Nun konnte sich ROT nicht länger zurückhalten und rief siegessicher: „Ich bin der Herrscher über alles. Ich bin das Blut und somit das Leben überhaupt!. Ich bin die Farbe der Gefahr, der Tapferkeit, des Feuers, der Leidenschaft und der Liebe.Neben der edlen Rose tragen viele andere Blumen meine leuchtende Farbe.Wie triste wäre die Erde ohne mich. Sicher begreift ihr, dass ich die Bedeutendste bin“
So prahlten die Farben weiter und überboten sich gegenseitig an Lautstärke, jede von ihrer eigenen Erhabenheit fest überzeugt, bis plötzlich ein greller Blitz dem Streit ein jähes Ende bereitete. Dazu gesellte sich grollendes Donnergetöse und ein kräftiger Regen prasselte auf sie nieder. Voller Furcht drückten sich die Farben aneinander. Vorbei war es mit ihrer Wichtigkeit und Bedeutsamkeit. Ganz still geworden lauschten sie dem Regen, der sie alle einzeln anschaute und bedächtig zu ihnen sprach: „Ihr Farben hört mir zu. Warum streitet ihr und spielt euch so auf? Erinnert euch, dass jede von euch für einen ganz bestimmten Zweck geschaffen wurde, Jede Farbe ist einzigartig auf dieser Welt und etwas ganz Besonderes. Reicht euch die Hände und kommt zu mir.“
Etwas unschlüssig noch und zögernd kamen sie zusammen und reichten sich die Hände. Da breitete sich plötzlich ein wundersames Strahlen aus, und verwundert sahen sie, dass sie es waren, die dieses Leuchten verursachten. Der Regen fuhr fort: „Vom heutigen Tag an habt ihr eine wundervolle gemeinsame Aufgabe. Jedes Mal, wenn ich meine wässrigen Massen zur Erde gesandt habe, vereinigt ihr euch, genau wie jetzt, und erstreckt euch in einem weiten Bogen am Himmel. So erinnert ihr euch stets daran, dass ihr in Frieden und Eintracht miteinander leben könnt. Die Menschen werden in Euch ein Zeichen der Gemeinsamkeit, der Versöhnung und der Zuversicht erkennen.“
Dankbar und beglückt begrüßen die Farben bis in unsere Tage den Regen und fügen sich anschließend zu einem eindrucksvollen Regenbogen zusammen, der von staunenden Menschen mit Freuden und weitem Herzen angeschaut wird.

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